Die Kinder aus der Babyklappe

Baby © Gabees - Fotolia.com

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Seit 1999 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, ein Neugeborenes in eine der sogenannten Babyklappen zu lagen oder in einem Krankenhaus anonym zu gebären. In diesen 13 Jahren haben rund 1000 Frauen davon Gebrauch gemacht, aus den unterschiedlichsten Gründen. Die Verzweiflung, die die Frauen zu diesem Schritt treibt, muss groß sein, schließlich nehmen sie in Kauf, das eigene Kind nie wieder zu sehen. Und auch viele der Kinder, die auf diesem Weg auf die Welt gekommen sind, müssen ihr Leben lang mit dem Unwissen über ihre eigene Herkunft leben.

Eine Initiatorin der bayerisches Schwangerschaftskonfliktprogrammes ‘Moses’ fordert nun, dass Abhilfe geschaffen wird. Es müssen ihrer Ansicht nach vom Staat Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Mütter davon abhalten, diesen Schritt zu gehen. Familienministerin Kristina Schröder von der CDU scheint ihre Worte erhört zu haben. Sie kündigte nämlich unlängst an, noch in diesem Jahr mehr Möglichkeiten für eine sogenannte vertrauliche  Geburt zu schaffen. Babyklappen sowie anonyme Geburten befänden sich in einer rechtlichen Grauzone, ließ Schröfer verlauten, und kündigte an, Frauen für die vertrauliche Geburt gewinnen zu wollen, um ihnen gleichzeitig weritergehende Hilfestellungen anzubieten. Der geplante Gesetzesenturf sieht vor, die Daten künftig für zehn Jahre unter Verschluß zu halten, dann aber den Kindern die Möglichkeit zu bieten, ihre Daten zu erfahren. Damit sollen die Kinder die Chance erhalten, ein normales Leben führen zu können. Sie haben ein Recht darauf, ihre Herkunft und die Geschichte ihrer Eltern zu erfahren. Außerdem gibt es einen positiven Nebeneffekt: Rund 80 Prozent der Frauen, die sich für eine anonyme Geburt entscheiden, können sich doch nicht von ihrem Kind trennen.

Kritk an dem Gesetzesentwurf gibt es jedoch auch. So gibt es durchaus Fälle, bei denen den Müttern die Anonymität gewährlleistet werden muss, zum Beispiel aus religiösen oder politischen Gründen.




Streit ums Betreuungsgeld

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder möchte am Betreuungsgeld sparen. Die Diskussion um das Betreuungsgeld entwickelt sich zu einem Dauerthema und gleichzeitig zu einem Desaster. Während Frau Schröder zu Beginn gänzlich gegen das Betreuungsgeld war, ist sie nun damit einverstanden. Doch ihr bleibt auch nichts anderes übrig, als dem zuzustimmen, da das Betreuungsgeld schon im Koalitionsvertrag steht. Verändern möchte sie aber die Zeit, in der das Geld geleistet werden soll. Anstatt der versprochenen zwei Jahre, möchte Frau Schröder das Trostgeld nur ein Jahr an die Eltern zahlen. Während die CDU dem nicht zustimmen möchte, ist es für die FDP noch nicht genug. Die FDP hatte nämlich nur widerwillig das Betreuungsgeld angenommen.

Doch so langsam müsste sich die Regierung einig werden, denn sonst passiert wieder einmal nichts. Oder ist das eigentlich das Vorhaben? Die Zeit abwarten, bis es nicht mehr möglich ist, in dieser Legislaturperiode etwas zu ändern? Das geht womöglich nicht, denn ab dem August 2013 haben Eltern ein Anrecht auf einen Krippenplatz und bis dahin sollte die Sache mit dem Betreuungsgeld auch geklärt sein.

Geplant waren 150 Euro für die Eltern, die anstatt arbeiten gehen, zu Hause bleiben, um sich um das Kind zu kümmern, anstatt es in die Krippe zu schicken. Die Idee wurde von der CDU gefeiert, doch bereits kurz darauf sah man die Widersprüche, die mit dem Betreuungsgeld einhergingen. Trotzdem wäre nichts verändert worden, gäbe es die Schulden und somit die Bemühungen die Haushaltslage zu verbessern.

Das eigentliche Problem wird hier nicht genannt und zwar, dass es den Kindern und Eltern nicht wirklich hilft, wenn sie das Betreuungsgeld erhalten. Eltern bräuchten eher Hilfe bei der Unterbringung ihrer Kinder in Einrichtungen, damit sie den Anschluss an den Beruf nicht verpassen. Außerdem wäre es notwendig sich mit Kindern aus problembeladenen oder bildungsfernen Familien zu befassen. Diesen Kindern kann das Betreuungsgeld schaden, denn in den ersten Jahren ist es für die Entwicklung eines Kindes essentiell, dass es sowohl die Sprache lernt, als auch viele verschiedene Schritte in der Entwicklung macht. Wenn diese Kinder zu Hause bleiben, anstatt in die Krippe oder den Kindergarten zu gehen, werden die Chancen dieser Kinder immer geringer. Die Lösung hier wäre finanzielle Hilfe bei frühkindlicher Bildung und Erziehung und kein Betreuungsgeld für Eltern.