Studieren ohne Männer

An der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft gibt es einen Studiengang nur für Frauen. Seit 2009 gibt es dieses spezielle “Informatik und Wirtschaft”, um Frauen die Angst vor der Männerdomäne Informatik zu nehmen. Bisher konnten sich nämlich nicht sehr viele Frauen für diesen Fachbereich begeistern und das liegt teils daran, dass viele ihr Interesse an dem Thema im Vergleich zu Männern erst spät entdecken und dann denken, dass sie den Wissensunterschied nicht mehr aufholen können. In der Schulzeit ist der Informatik-Unterricht größtenteils mit männlichen Kursteilnehmern besetzt, doch beim Studium fängt man sowieso bei Null an. Viele Frauen haben dennoch Angst, sich vor männlichen Kommilitonen zu blamieren oder den Unterricht aufzuhalten. 
Juliane Siegeris, Sprecherin und Professorin vermutet ebenfalls, dass nicht geringes Interesse, sondern mangelndes Selbstbewusstsein der Grund ist, warum eher Männer Informatik studieren. Dabei seien große Firmen an den Absolventinnen der HTW sehr interessiert. Nicht zuletzt, weil in Deutschland sowieso ein großer Mangel an Fachkräften in dieser Branche herrscht.
Die Vorstellung eines reinen Frauenstudiengangs ist für Manchen wahrscheinlich zweifelhaft, aber die 19-jährige Ilka Ohms, die vor ein paar Wochen mit dem Studium hier begonnen hat, sagt: “Ein paar Bedenken hatte ich ehrlich gesagt auch, aber nichts davon hat sich bisher bestätigt.” Natürlich gibt es auch genügend Skeptiker. Allerdings sind sowohl die Inhalte, als auch die Dozenten die gleichen. Einen Unterschied gibt es jedoch: Die Studentinnen nehmen an speziellen verpflichtenden Karriereseminaren teil, die unter anderem dazu dienen, sich in der “Männerwelt” durchzusetzten. Daneben gibt es Veranstaltungen zu den Themen Karrieremanagement und Vetragsverhandlungen. 


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