Gemeinschaftsschulen im Fokus
© lightpoet - Fotolia.com

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Das deutsche Bildungssystem wird immer wieder kritisiert. Auf der einen Seite sehen die Kritiker, dass es in Deutschland immer noch kein einheitliches Bildungssystem gibt, was alle Schülerinnen und Schüler auf den gleichen Stand bringen soll und vor allem Umzüge zwischen den Bundesländern erleichtern könnte und zum anderen sehen sie den Leistungsstand als sehr zweifelhaft an, weil dieser oft große Diskrepanzen selbst zwischen benachbarten Bundesländern aufweist.

Demnach würde es vor allem im Süden des Landes, also in Bayern und Baden-Württemberg, viel bessere Chancen bei der Bildungsvermittlung geben. Unzählige Umfragen und Studien belegen diese Theorie. Nun plant Baden-Württemberg die Einführung einer sogenannten Gemeinschaftsschule. Dies würde bedeuten, dass Schüler egal ob sie mit einer Haupt-, Werkrealschule-, Realschul- und Gymnasiumempfehlung kommen, zusammen lernen und unterschiedliche Aufgaben entsprechend ihres Leistungsniveaus bekommen. Auf diesen Gemeinschaftsschulen können sie den Abschluss erreichen, den sie wollen. Davon erhoffen sich Befürwörter dieser neuen Schule bessere Abschlüsse, weil die besseren so zusagen die etwas schlechteren mitziehen könnten.

Darüber möchte nun der Ministerrat in Baden-Württemberg entscheiden und bekannt geben, welche Schulen im neuen Schuljahr den Namen der Gesmeinschaftsschule tragen können. In diesen neuen Formen der schulischen Ausbildung soll es zu kleineren Lerngruppen zwischen den Schülern kommen. Kritiker allerdings halten die Lehrer dafür für nicht ausgebildet genug. Denn diese müssten ein hervorragendes pädagogisches Profil haben, damit sie die neuen Aufgaben und die unterschiedlichen Schüler mit ihren unterschiedlichen Bildungsniveaus zusammenführen können. Darüber hinaus hat die CDU Angst, dass die grün-rote Landesregierung die Standards für das Gymnasium vernachlässigen will.




Studieren ohne Männer

An der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft gibt es einen Studiengang nur für Frauen. Seit 2009 gibt es dieses spezielle “Informatik und Wirtschaft”, um Frauen die Angst vor der Männerdomäne Informatik zu nehmen. Bisher konnten sich nämlich nicht sehr viele Frauen für diesen Fachbereich begeistern und das liegt teils daran, dass viele ihr Interesse an dem Thema im Vergleich zu Männern erst spät entdecken und dann denken, dass sie den Wissensunterschied nicht mehr aufholen können. In der Schulzeit ist der Informatik-Unterricht größtenteils mit männlichen Kursteilnehmern besetzt, doch beim Studium fängt man sowieso bei Null an. Viele Frauen haben dennoch Angst, sich vor männlichen Kommilitonen zu blamieren oder den Unterricht aufzuhalten. 
Juliane Siegeris, Sprecherin und Professorin vermutet ebenfalls, dass nicht geringes Interesse, sondern mangelndes Selbstbewusstsein der Grund ist, warum eher Männer Informatik studieren. Dabei seien große Firmen an den Absolventinnen der HTW sehr interessiert. Nicht zuletzt, weil in Deutschland sowieso ein großer Mangel an Fachkräften in dieser Branche herrscht.
Die Vorstellung eines reinen Frauenstudiengangs ist für Manchen wahrscheinlich zweifelhaft, aber die 19-jährige Ilka Ohms, die vor ein paar Wochen mit dem Studium hier begonnen hat, sagt: “Ein paar Bedenken hatte ich ehrlich gesagt auch, aber nichts davon hat sich bisher bestätigt.” Natürlich gibt es auch genügend Skeptiker. Allerdings sind sowohl die Inhalte, als auch die Dozenten die gleichen. Einen Unterschied gibt es jedoch: Die Studentinnen nehmen an speziellen verpflichtenden Karriereseminaren teil, die unter anderem dazu dienen, sich in der “Männerwelt” durchzusetzten. Daneben gibt es Veranstaltungen zu den Themen Karrieremanagement und Vetragsverhandlungen.