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Ich renne durch die Stadt. Ist alles noch da? Alle Aufgaben lösbar? Eine Stunde habe ich Zeit. In der Matte unten steht an einem Fenster geschrieben: Hochwasser 2005 bis hier. Heute ist alles wieder schön renoviert, überall neue Geschäfte in der alten Handwerkerstadt. Ich renne eine enge Treppe hoch und zähle die Stufen. Auch in der Patrizierstadt sind sämtliche Schilder, die es braucht,  sichtbar und der Weg wird zu finden sein. Ich bin beruhigt.

Und plötzlich treffe ich Helen. Es war vor dem letzten Hochwasser, als sie für unsere kleine Schweizer Gruppe der Schule des Schreibens eine Lesung gab. Sie erinnert sich, freut sich über das Wiedersehen. In der Altstadt wohnt sie nun, gleich da oben, und zeigt auf zwei Fenster im ersten Stock. Und ihr Sohn, der mit mir die Lehrerausbildung machte, ist auch umgezogen. Liebevoll erzält sie mir von einem kleinen Detail in seinem neuen Lebensraum. Herrlich! Aber ich muss weiter, die Stunde läuft ab. Wir schütteln uns die Hände und ich absolviere den Rest des Parcours, wieder hinunter in die Matte, wo mein Auto in der blauen Zone steht, die mir die Stunde als Limit vorgibt. Meine Schüler werden zwei Stunden zur Verfügung haben. Das müsste reichen.

Nun bleibt mir genug Zeit, um meine Eltern zu besuchen. Auch ihnen steht das Wasser immer höher. Ihr grosses Haus mit den vielen Treppen wird langsam zur unüberwindbaren Last. Ohne die Hilfe meines Bruders ginge es längst nicht mehr. “Wie weiter?” schwebt seit langem in der Luft. Doch den eigenen Lebensraum zu verlassen fällt schwer. Das Wasser steigt unaufhörlich… Welche Form müsste der Rettungsring haben? Arche Noah zum Umsteigen oder ein Paddelboot, das täglich das Nötigste bringt und hilft?

Bevor ich mich dieser Problematik stelle, will ich aber noch rasch das Detail aus Helens Beschreibung mit eigenen Augen sehen. Ich male mir schon aus, wie mein Kollege überrascht sein wird, wenn er es in einer Mail von mir erhält. Auf vier Rädern schleiche ich mich durchs Quartier. Ah, da ist es ja! Hmmmm… für welche Art von Hochwasser ist der wohl gedacht?

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9 Antworten to “Hochwasser”

  1. Hallo dodo,
    das hört sich nach einer interessanten Aufgabe für die Kinder an.
    Und der Rettungsring da oben, hmmm, könnte ich mir eigentlich auch an meinem Fenster anbringen *lach*
    Gute Idee.
    Ich wünsche Dir für Deine Eltern eine gute Lösung, also das Richtige, was wirklich hilft und zufrieden stellt.
    Manchmal hilft die Zeit zu guten Entscheidungen, wenn es auch nicht leicht ist, abzuwarten.
    Liebe Grüße
    Ika

    Ika (Dornen)

  2. Oh schön..ich überlege schon was könnte ich meiner Freundin zum 50igsten schenken. Der Rettungsring wäre ein schönes Symbol, denn wir werfen ihn uns immer mal gegenseitig zu wenn das Wasser mal bis zum Hals steht.Innerhalb der vielen Jahre Freundschaft, fast 20ig Jahre..Gute Idee. Schön das hier gesehen zu haben.

    Manuela

  3. Liebe Ika,
    danke für die guten Wünsche für meine eltern. Die zeit zum Abwarten ist leider schon ziemlich um, das heisst, wir müssen eben handeln, denn die beiden können sich alleine nicht mehr helfen.
    die Klassenfahrt war übrigens ein voller Erfolg und die Kinder hatten Spass. Auch wenn nicht alle Aufgaben ganz so gewissenhaft gelöst waren. Der Eindruck zählt und so ist sicher etwas haften geblieben.
    Liebe Grüsse
    Dodo

    Dodo

  4. Liebe Manuela
    schön, dass ich dir eine so tolle Idee liefern konnte! Viel Spass beim Schwimmring Suchen! ;-)
    Gruss
    Dodo

    Dodo

  5. Liebe Dodo

    Manchmal hängt der Rettungsring so hoch, dass man keine Chance hat dran zu kommen … aber mit ein bißchen Glück findet sich eine gute Seele, für die es leichter ist dran zu kommen, die ihn dann vorbeibringt …
    Ich wünsche euch, dass ihr eine gute Lösung, einen für alle Beteiligten annehmbaren Rettungsring findet.

    Liebe Grüße,
    von Wally

    Wally

  6. Liebe Wally,
    danke für das schöne Bild…
    so wird es wohl werden.
    Liebe Grüsse und auch viele gute Seelen…
    Dodo

    Dodo

  7. Hehe.. toller Bildausschnitt! hihi

    Liebe Grüsse
    Roman

    Roman

  8. Danke, Roman.
    Das ist es, was ich an der heutigen Technik geniesse…
    Liebe Grüsse
    Dodo

    Dodo

  9. …ehm, anfügen müsste ich vielleicht noch, dass dort am Fuss des Hauses weit und breit kein Wasser ist! Im Gegenteil, es steht auf einem Hügel ausserhalb der Altstadt. :-)Aber manchmal steht einem das Wasser ja auch so ziemlich hoch.

    Dodo

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