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In Deutschland wird zur Zeit heiß über das Betreuungsgeld diskutiert, das von Kritikern zum Teil als “Herdprämie” geschmäht wird. Die Koalition aus CDU/CSU und FDP hat die Unterstützung für Familien mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren geplant, die Opposition aus SPD und Grünen steht dem skeptisch gegenüber. Doch auch in den eigenen Reihen bei CDU und CSU herrscht keine Einheit. Horst Seehofer, Chef der CSU und bayerischer Ministerpräsident, nannte die Einführung des Betreuungsgeldes eine “Herzensanliegen”.
Das Betreuungsgeld soll Eltern, die auf einen staatlichen Krippenplatz verzichten, finanziell eine Stütze sein: 100 Euro für 1-jährige Kinder, für 2- und 3-jährige 150 Euro. Dabei muss keines der Elternteile zu Hause bleiben. Deshalb ist der Begriff “Herdprämie” nicht treffend. Sorge besteht jedoch, dass “bildungsfremde” Eltern ihren Kindern die Chance auf frühkindliche Bildung nehmen, weil sie das Betreuungsgeld als Sozialleistung beziehen wollen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) äußerten sich besorgt. Als “Rückschritt” wurde das Betreuungsgeld betitelt, es gefährde die Ziele der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Familienpolitik. Frank-Walter Steinmeier spricht von einem “bildungspolitisch katastrophal falschen Betreuungsgeld”.
Bundeskanzlerin Merkel kritisierte, dass Eltern unter einen Generalverdacht gestellt werden würden. Der Ausbau von Krippenplätzen gehöre genauso zur Familienpolitik der CDU wie das Betreuungsgeld. Beides garantiere die Wahlfreiheit der Eltern. Beim Ausbau der Krippen habe man schon große Fortschritte erzielt.
Merkel hat sich aber auch auf unabhängige Experten berufen. Demnach würden Eltern von 60 Prozent der Kinder unter drei Jahren keine staatlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen. Für genau diese Eltern will sie das Betreuungsgeld einführen.






